Vino Gross
© Vino Gross

Vino Gross – Von der Steiermark nach Slowenien

Der steirische Winzer Michael Gross verlässt das Familienweingut und baut sich ennet der Grenze in Slowenien einen neuen Lebensmittelpunkt auf. Die ersten Weissweine aus seinem Betrieb sind vielversprechend, wie drei Beispiele zeigen.

Das Weingut Gross in der österreichischen Südsteiermark zählt zu den renommierten Adressen im Weinanbaugebiet und ist Mitglied der renommierten Vereinigung Steirische Klassik- und Terroirweingüter. Der 1907 gegründete Familienbetrieb mit einer Rebfläche von 50 Hektaren wird heute in fünfter Generation von Johannes und Martina Gross geführt. Bis 2018 war sein Bruder Michael mit dabei gewesen. Er hat sich jedoch entschlossen, ennet der Grenze in Slowenien ein eigenes Gut aufzubauen.

„Ich habe diesen Schritt nie bereut“

„Ich habe diesen Schritt nie bereut“, sagt Michael Gross, der neue Herausforderungen liebt und in Slowenien ein grosses Potenzial für qualitativ hochwertige Weine sieht. Durch einen glücklichen Zufall konnte seine Familie vor gut 15 Jahren Rebberge in der Region Haloze erwerben. Sie liegen nur rund zehn Autominuten entfernt vom Stammhaus in Ratsch an der Weinstrasse. Es handelt sich um steile, terrassierte Lagen, die mit weissen Rebsorten bestockt sind, allen voran Furmint, Sauvignon blanc und Welschriesling. Michael und seine Frau Maria investieren jedoch auch in neue Rebbergs-Anlagen und planen, einen modernen Keller zu bauen. Vino Gross, so der Name des Guts, begann 2011, die ersten Weine abzufüllen. Inzwischen liegt die Jahresproduktion bei rund 35’000 Flaschen. Damit sich das Ganze auch wirtschaftlich lohnt, wird mittelfristig fast eine Verdoppelung angestrebt.

Michael Gross hat sich nicht nur biologischen Kriterien, sondern auch einer schonenden Vinifikation verschrieben. Er lässt den Weinen Zeit, die in der Regel während eines Jahres auf der Vollhefe reifen. Der Ausbau erfolgt in grossen Holzfässern mit einem Inhalt von 600 bis 2800 Litern. Irgendwelche Pülverchen oder sonstige „Verbesserungs-Mittelchen“ werden nicht hinzugefüllt. Selbst Schwefel wird erst kurz vor der Füllung in kleinen Dosen beigefügt. An einer kürzlich stattgefundenen Online-Degustation hat Gross seine Weine, meistens Fassproben des neuen Jahrgangs 2019 vorgestellt. Aufgrund dieser Verkostung seien drei weisse Beispiele vorgestellt, von denen derzeit etwas ältere Tropfen auf dem Markt erhältlich sind.

Haloze Blanc 2018: Der Weisswein aus Furmint, Sauvignon blanc und Welschriesling ist ein guter Einstieg in die Welt der slowenischen Weine. Er zeigt sich mit einem schönen fruchtig-kräuterwürzigen Bouquet, ist trocken, eher schlank, frisch, saftig, elegant und endet mit einer schönen Länge. Trinkbereit und vielseitig einsetzbar (22 Fr.).

Gorca 2018: In diesem Wein regiert der Furmint, der sich durch eine prägnante Säure auszeichnet. Sie ist jedoch gut im mittelschweren Körper integriert. Der schöne Duft mit Noten von grünen Früchten, floralen und würzigen Noten, die gute Struktur und der lange Nachhall sind weitere Merkmale. Ein Weisser, der zu Meerfischen und gar asiatischen Gerichten passt (25 Fr.).

Iglic 2016: Der Furmint Iglic ist der Topwein aus dem Hause Gross. Seine Eigenschaften: komplexe Aromatik mit Zitrusfrüchten und würzig-mineralischen Anklängen, im Gaumen trocken, guter Spannungsbogen dank reifer, präsenter Säure, dicht, komplex, gut strukturiert, sehr gute Länge, überaus ausgewogen. Alle Weine werden weder filtriert noch geschönt. Lässt sich etwa zu rohem Fisch kombinieren (48 Fr.).

Vino Gross in der Weinauslese

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