Das Weingut Fattoria Le Pupille aus der toskanischen Maremma hat mit dem Bordeaux-Blend Saffredi einen Kultwein erschaffen. Beim aktuellen 2017er handelt es sich bereits um den 30. Jahrgang.

In den neunziger Jahren herrschte Goldgräberstimmung in der Maremma. Das Anbaugebiet im Süden der Toskana war lange Zeit unbekannt, entwickelte aber plötzlich eine grosse Dynamik. Der Rotwein Sassicaia von der Tenuta San Guido war einer der Pioniere für den Aufschwung in dieser Gegend. Das Weingut setzte und setzt auf Bordeaux-Sorten wie Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc, und nicht auf den Toskana-typischen Sangiovese. Sassicaia fand zahlreiche Nachahmer. Eine führende Rolle spielt dabei Elisabetta Geppetti, welche die Fattoria Le Pupille dank Hartnäckigkeit, vielen Investitionen sowie der Hilfe von önologischen Beratern an die Spitze der Appellation geführt hat.

Saffredi eine Ikone

Der Spitzenwein des Familienbetriebs heisst Saffredi. Er besteht heute aus Cabernet Sauvignon, Merlot sowie Petit Verdot. Beim derzeit aktuellen 2017 (Preis: 79 Fr.) handelt es sich bereits um den 30. Jahrgang. Saffredi wurde im Laufe der Zeit zu einer Ikone, nicht zuletzt dank sehr hohen Bewertungen des amerikanischen Fachmagazins «Wine Advocate». Der Jubiläumswein, ausgebaut zu 80% in neuen Barriques, enthüllt ein vielschichtiges Bouquet mit Noten von schwarzen Beeren, einer dezenten Röstaromatik sowie würzigen Anklängen. Der kräftige Körper wird durch präsente Tannine und eine mittlere Säure gestützt. Das relativ langanhaltende Finale endet mit leicht bitteren Noten, wohl eine Folge des sehr trockenen Jahres mit wenigen oder gar keinen Niederschlägen.

Charakteristisch für diesen Supertoskaner, wie solche Weine seit rund drei Jahrzehnten genannt werden, ist das sehr gute Reifepotenzial. Es ist vergleichbar mit dem Vorbild Bordeaux. Das zeigen Vergleichs-Degustationen. 2004 beispielsweise präsentiert sich zwar mit ersten Reifetönen, ist aber mit einer bemerkenswerten Frische ausgezeichnet. Noch jugendlich sind 2011 und 2012, wobei letzterer sich in blendender Verfassung zeigt. Einer der grössten Saffredi-Jahrgänge ist wohl 2016. Hier braucht es indessen noch etwas Geduld. Die Reben für diese Legende wachsen im gleichnamigen Rebberg. Er liegt auf einer Höhe von 250 Metern über Meer. Die Böden bestehen vorwiegend aus Sandstein.

Heute wird Elisabetta Geppetti in ihrer Arbeit von ihrem Sohn Ettore Rizzi und ihrer Tochter Clara Gentili unterstützt. Letztere hegt keinerlei Ambitionen, den Weinstil des Hauses zu ändern, wie sie erklärt. Sie sei glücklich darüber, in einem Weingut zu arbeiten und es mitzugestalten. Neuestes Projekt der Fattoria Le Pupille ist ein in Amphoren ausgebauter Syrah. Als erster Jahrgang ist der 2015er auf den Markt gekommen. Hauptwein ist der gut gemachte und zugängliche Morellino di Scansano. Morellino ist ein Sangiovese-Klon. Zweiter Top-Wein ist Poggio Valente, vollständig aus Sangiovese gekeltert.

Die Weine von Fattoria Le Pupille sind erhältlich bei Terravigna.

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